1. Warum eine CBM-Rechnung kein Ladeplan ist
Wer das Ladungsvolumen durch die Nennkapazität eines Containers teilt, behandelt Fracht wie eine Flüssigkeit: 11 m³ Ladung in einem 33-m³-Container sehen nach einem Drittel des Platzes aus. Reale Packstücke sind aber starre Kisten und Kartons. Fünf Effekte entscheiden über den tatsächlichen Ladungsfit, und keiner davon steckt in einer CBM-Zahl:
- Packstück-Geometrie. Packstücke verformen sich nicht. Eine 1.3 m lange Kiste lässt am Ende einer Reihe 0.4 m ungenutzt, und diese Lücken wiederholen sich über die gesamte Ladefläche. Je grösser die Packstücke im Verhältnis zum Equipment, desto mehr Nennvolumen bleibt leer.
- Türmasse. Ein 20'-Standardcontainer ist innen 239 cm hoch, seine Türöffnung misst aber nur rund 228 cm. Eine 235 cm hohe Kiste besteht die Volumenprüfung und die Innenhöhenprüfung, kommt aber nicht durch die Tür.
- Stapelbarkeit. Darf Ladung nicht gestapelt werden oder trägt sie nur begrenztes Gewicht, ist die Höhe über der ersten Lage verloren. Nicht stapelbare Ware füllt die Ladefläche eines Trailers lange bevor sie sein Volumen füllt.
- Nutzlast. Dichte Ladung erreicht zuerst die Gewichtsgrenze: Ein 20'-DC nimmt rund 28 Tonnen auf. Maschinenteile können einen Container ausreizen, der volumenmässig noch zu drei Vierteln leer ist.
- Ladereihenfolge und Handling-Vorgaben. Prioritätsladung nahe der Tür, Bodenware und Dreh- oder Kippverbote reduzieren, wie dicht ein realer Plan packen kann.
Ein brauchbarer Plan muss deshalb jedes Packstück geometrisch platzieren, Türen, Nutzlast und Stapelregeln respektieren und erst danach die Equipment-Einheiten zählen. Genau das leistet eine 3D-Ladeberechnung, und darum kann ihr Ergebnis deutlich von einer Volumendivision abweichen.
2. Das passende Equipment wählen: ein Entscheidungsrahmen
Die zweite Planungsentscheidung ist, welches Equipment überhaupt getestet wird. Die Tabelle zeigt die Planungswerte von fünf gängigen Equipment-Typen, wie sie die Presets der kostenlosen öffentlichen Version des Spoterix Load Calculators verwenden. Tatsächliche Masse und Grenzen variieren je nach Carrier und Bauserie; behandeln Sie die Werte als Planungsgrössen, nicht als Zusicherung.
| Equipment | Innenmasse (L × B × H) | Tür (B × H) | Nutzlast | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|---|
| 20'-DC-Container | 589.8 × 235.2 × 239.3 cm (≈ 33 m³) | 234 × 228 cm | 28'200 kg | Dichte, schwere Ladung; kleinere Seefracht-Sendungen |
| 40'-HC-Container | 1'203.5 × 235.2 × 269.5 cm (≈ 76 m³) | 234 × 257.7 cm | 28'620 kg | Voluminöse oder hohe Seefracht |
| EU-Trailer 13.6 m (Standard-Curtainsider) | 1'362 × 248 × 270 cm | 245 × 267 cm | 24'000 kg | Europäische Strassenfracht, abgerechnet in Lademetern |
| Luftfracht-Palette P6P/PMC (Main Deck) | 317.5 × 243.8 cm Grundfläche, bis 300 cm Höhe | offen | 6'804 kg | Aufbau-Planung in der Luftfracht |
| EPAL-1-Europalette | 120 × 80 cm Grundfläche, 200 cm Aufbauhöhe im Tool | offen | 1'500 kg (Tara 25 kg) | Packstücke zu Paletteneinheiten vorpacken |
Drei Fragen grenzen die Wahl schnell ein:
- Ist die Sendung gewichts- oder volumengetrieben? Teilen Sie das Gesamtgewicht durch das Gesamtvolumen. Über rund 850 kg/m³ erreicht ein 20'-DC meist die Nutzlast vor dem Platz; deutlich darunter lohnt sich das grössere Volumen von 40'-HC oder Trailer.
- Passt das höchste Packstück durch die Tür? Vergleichen Sie Packstückhöhen mit Türhöhen, nicht mit Innenhöhen. Überhohe Packstücke sprechen für Open-Top- oder Flatrack-Equipment, das die Pro-Version abdeckt.
- Sollen Packstücke auf Paletten reisen? Palettierung standardisiert Handling und Stapelung, kostet aber Grundfläche, Aufbauhöhe und Tara. Der Calculator kann Packstücke zuerst auf Paletten packen und danach die gebauten Paletten verladen; beide Varianten lassen sich so vergleichen statt schätzen.
Bleiben zwei Optionen plausibel, testen Sie beide. Die Berechnung ist schnell genug, um einen 20'-DC gegen einen 40'-HC oder Direktverladung gegen Palettierung in wenigen Minuten zu vergleichen.
3. Anleitung: eine Beladung im kostenlosen Load Calculator planen
Die kostenlose öffentliche Version des Spoterix Load Calculators läuft ohne Anmeldung im Browser. Sie umfasst zwei Cargo-Zeilen und fünf Standard-Equipment-Presets (die aus der Tabelle oben); die Pro-Version für Spoterix-Nutzer ergänzt mehr Zeilen, den vollen Equipment-Katalog und eigenes Equipment. Einen Überblick über beide Versionen bietet die Load-Calculator-Seite. Die Anleitung unten nutzt den eingebauten Beispielplan, den Sie mit einem Klick auf Load example in der leeren 3D-Ansicht reproduzieren.
Schritt 1: Ladung pro Packstück-Typ erfassen
Erfassen Sie je Packstück-Typ eine Zeile mit Massen, Gewicht pro Stück und Menge. Die Handling-Optionen zählen genauso wie die Zahlen: Rotate (90°) erlaubt dem Packer, ein Stück im Grundriss zu drehen, Tilt erlaubt das Kippen auf die Seite, Stackable und Max stack kg steuern, was oben aufliegen darf, und Floor only bindet ein Stück an den Boden. Das Beispiel verwendet 10 Maschinenkisten mit 120 × 80 × 95 cm zu 180 kg und 24 Kartons mit 60 × 40 × 40 cm zu 12 kg.
Schritt 2: zu testendes Equipment auswählen
Wählen Sie einen oder mehrere Equipment-Typen aus der Auswahlliste. Das Beispiel nutzt einen 40'-HC-Container. Überlassen Sie die Stückzahl dem Calculator, multipliziert er das Equipment automatisch, bis alles verladen ist. Das Ergebnis beantwortet damit die praktische Frage: Wie viele Einheiten dieses Typs braucht die Sendung?
Schritt 3: die Ergebnis-Kopfzeile lesen
Die Berechnung läuft nach jeder Änderung automatisch. Die Ergebnis-Kopfzeile beantwortet vier Fragen auf einmal: Equipment needed (wie viele Einheiten), Loaded (wie viele Stücke einen Platz gefunden haben), Volume utilisation und Weight utilisation (Volumen- und Gewichtsauslastung). Im Beispiel passen alle 34 Stücke in einen 40'-HC bei 15% Volumen- und 7.3% Gewichtsauslastung; ein Container reicht also mit deutlicher Reserve.
Schritt 4: 3D-Plan und nicht verladene Stücke prüfen
Die 3D-Ansicht zeigt, wo jedes Stück sitzt, gefüllt vom Heck zur Tür. Bleiben Stücke unverladen, listet der Calculator sie mit dem wahrscheinlichen Grund auf: zu gross für das Equipment oder seine Tür, zu schwer für die Nutzlast, kein Platz mehr oder nicht passend zur gewählten Palette. Zusätzlich warnt er bei unplausiblen Eingaben, etwa einer ungewöhnlich hohen Dichte oder einem Stück über der Paletten-Nutzlast. Behandeln Sie beide Listen als Prüfhinweise, nicht als Fehler.
Schritt 5: das Equipment-Detail kontrollieren
Die Detail-Karte schlüsselt den Plan pro Einheit auf: genutztes Volumen und Gewicht, Schwerpunkt, Balance vorne/hinten und links/rechts, genutzte Länge und die enthaltene Ladung. Im Beispiel belegt die Ladung 780 cm der Containerlänge und sitzt deutlich Richtung Heck, was die Balance-Zeile markiert. Das ist der Anlass, die Anordnung mit dem Ladeteam zu besprechen, bevor jemand Equipment bucht.
4. Lademeter und frachtpflichtiges Gewicht richtig lesen
Unter den Ladungssummen zeigt der Calculator eine Zeile mit Frachtkennzahlen. Sie übersetzt den geometrischen Plan in die Grössen, gegen die Carrier offerieren:
- Lademeter (LDM) messen in der Strassenfracht die belegte Trailerlänge. Der Calculator verteilt die Bodenfläche der Ladung auf die Standard-Spurbreite von 2.40 m und rundet auf 0.1 LDM auf; gestapelte Stücke zählen keinen zusätzlichen Boden. Ein 13.6-m-Trailer bietet rund 13.6 LDM. Die Beispielladung braucht 6.4 LDM und belegt damit fast eine halbe Ladefläche, trotz bescheidener 11.4 m³.
- Volumetrisches und frachtpflichtiges Gewicht rechnen Volumen für die Abrechnung in Gewicht um. Der Calculator nutzt die gängigen Umrechnungen 1:6000 für Luftfracht, 1:5000 für Kurier und 1 m³ = 1'000 kg für Seefracht-LCL; für die Strasse gilt die verbreitete Konvention von 1'750 kg pro Lademeter. Frachtpflichtig ist der höhere Wert aus tatsächlichem und umgerechnetem Gewicht. Das Beispiel wiegt 2'088 kg, wird als Seefracht-LCL aber auf 11'424 kg abgerechnet, weil das Volumen massgebend ist.
Einzelne Carrier und Verträge können abweichende Faktoren anwenden. Für die Abrechnungsseite im Detail, inklusive Berechnung pro Packstück und eigenem Divisor, nutzen Sie den kostenlosen Spoterix Chargeable Weight Rechner. Die Berechnungsmethode selbst, mit Messregeln, Break-even-Dichten und Rechnungsprüfung, erklärt Chargeable Weight berechnen.
5. Was der Plan nicht ersetzt
- Das Ergebnis ist eine Planungshilfe. Es ersetzt weder zertifizierte Ladungssicherung noch Achslastprüfung, Gefahrgutprüfung, Verpackungsstatik oder die Freigabe der finalen Stauung durch den Carrier.
- Equipment-Presets sind typische Planungswerte. Bestätigen Sie Innenmasse, Türmasse und Nutzlast am Equipment, das der Sendung tatsächlich zugeteilt wird.
- Stapel- und Handling-Regeln sind nur so gut wie die Eingaben: Die Engine respektiert die gesetzten Optionen, die Tragfähigkeit der Verpackung kennt sie nicht von selbst.
- Die kostenlose öffentliche Version umfasst zwei Cargo-Zeilen und fünf Equipment-Presets. Grössere Pläne, eigenes Equipment, gespeicherte Berechnungen und Exporte gehören zur Pro-Version für Spoterix-Nutzer, beschrieben auf der Load-Calculator-Seite.
Steht der Ladeplan, fliesst die Equipment-Entscheidung direkt in den Transporteinkauf: Eine Sendung, die als „ein 40'-HC“ oder „6.4 LDM“ spezifiziert ist, erzeugt vergleichbare Frachtofferten. Wie daraus eine strukturierte Anfrage wird, zeigt Spot Request erstellen.